Aktueller Termin am Bundesarbeitsgericht am 23. August 2012: Entschädigung wegen Altersdiskriminierung bei der Begründung eines Arbeitsverhältnisses – 8 AZR 285/11 -

Das Bundesarbeitsgericht verhandelt einen Fall, in dem ein 56-jähriger Mann eine Entschädigung von drei Monatsgehältern in Höhe von 26.400,00 € verlangt, obwohl die Stelle letztendlich nicht besetzt worden ist. Er fühlt sich im Bewerbungsverfahren aufgrund seines Alters benachteiligt, da die Stellenausschreibung nur für Bewerber im Alter von 25 bis 35 Jahren galt.

Es stellt sich die Frage, ob es sich hier um eine ernsthafte Bewerbung gehandelt hat, oder ob der 56-jährige Mann nur auf eine Entschädigung aus war, welches als sogenanntes AGG-Hopping bezeichnet wird. Zumal die Gehaltsforderung recht hoch ist und der Bewerber auch 600 km vom potenziellen Arbeitgeber entfernt wohnt.
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23. August 2012
Achter Senat

Entschädigung wegen Altersdiskriminierung bei der Begründung eines Arbeitsverhältnisses

S. (RA Milewich, Berlin) ./.
M. GmbH (RA Pöthke, Berlin)

- 8 AZR 285/11 –
Der Kläger macht gegen die Beklagte Entschädigungsansprüche geltend, weil er sich im Bewerbungsverfahren aufgrund einer altersdiskriminierenden Stellenausschreibung benachteiligt sieht.

Die Beklagte schrieb am 22. Juni 2009 eine Stelle für “Net Entwickler” und “SQL Datenbankentwickler” aus, wobei “zwei freiberufliche Mitarbeiter … zwischen 25 und 35 Jahren” gesucht wurden. Der im Jahr 1956 geborene Kläger bewarb sich auf eine dieser Stellen. Die Beklagte lud den Kläger nicht zum Vorstellungsgespräch ein und sah von einer Besetzung der Stellen ab.

Mit seiner Klage macht der Kläger eine Entschädigung von drei Monatsgehältern von insgesamt 26.400,00 Euro geltend, weil die Beklagte ihn wegen seines Alters diskriminiert habe. Er sei für die Stelle geeignet gewesen. Die Beklagte wendet ein, dass sie die Stelle aus wirtschaftlichen Gründen nicht besetzt habe und daher eine schlechtere Behandlung des Klägers gegenüber Mitbewerbern ausschließe.

Ein Bewerbungsgespräch habe nicht stattgefunden, da der Kläger in der knapp 600 km von B. entfernten Stadt K. wohnhaft gewesen sei. Sie habe aber einen Bewerber aus B. gesucht, um eine direkte Kommunikation sicherzustellen. So habe sie einen Bewerber aus B. zum Bewerbungsgespräch eingeladen, der sogar älter gewesen sei als der Kläger. Eine Vergütung von monatlich 8.800,00 Euro sei völlig abwegig. Sie gehe daher von einem “AGG-Hopping” aus.

Die Vorinstanzen haben die Klage abgewiesen. Mit der Revision verfolgt der Kläger seine Ansprüche weiter.

LAG Berlin-Brandenburg,

Urteil vom 10. November 2010 – 17 Sa 1410/10 -

Für wir-sind-arbeitsrecht.de geschrieben von
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