Mobbing

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Auch im deutschen Arbeitsrecht nimmt Mobbing und die Bekämpfung des Mobbings eine immer größere Rolle ein. Während Länder, wie Spanien und Schweden bereits bestimmte Gesetze erlassen haben, die Mobbing am Arbeitsplatz verhindern sollen, hat Deutschland bisher noch nicht die Chance ergriffen, ein solches Gesetzes, welches Mobbing auch am Arbeitsplatz verhindern soll, zu erlassen.

Grundsätzlich ist Mobbing jedoch auch in Deutschland strafbar. Allerdings erst, sobald auch ein Straftatbestand, wie etwa eine Körperverletzung oder Sachbeschädigung, erfüllt ist.

Auch eine genaue Definition von Mobbing gibt es bis heute nicht. Vielmehr lässt sich Mobbing auf unterschiedliche Weisen definieren.

Die Rechtsprechung hat mittlerweile eine juristische Definition von Mobbing in der Rechtswelt etabliert. Demnach ist „Mobbing das systematisches Anfeinden, Schikanieren oder Diskriminieren von Arbeitnehmern untereinander oder durch Vorgesetzte. Es ist dabei gekennzeichnet durch ein wiederholtes feindliches, herabwürdigendes, einschüchterndes, erniedrigendes oder beleidigendes Verhalten, das bei den Opfern häufig seelische Beeinträchtigungen und in der Folge auch psychosomatische Beschwerden hervorrufen kann.“

Allerdings lässt sich in den meisten Fällen nur sehr schwer nachweisen, ob und wann genau jemand gemobbt wurde.

Gerade am Arbeitsplatz scheuen betroffene Arbeitnehmer häufig, sich gegen das Mobbing zu wehren, indem sie andere Kollegen oder den Arbeitgeber selbst zu informieren, da sie sich vor weiteren Mobbingattacken und Schikanen durch die Kollegen oder den Arbeitgeber fürchten.

Doch Arbeitgeber sollten das Problem des Mobbings nicht auf die leichte Schulter nehmen, denn Mobbing kann im schlimmsten Fall auch zu psychischen Problemen, wie Ängsten oder Depressionen führen. Arbeitgeber sollten Mobbing am Arbeitsplatz deshalb ernst nehmen und ihre Arbeitnehmer motivieren, im Fall von Mobbing den Arbeitgeber zu informieren. Dies sollte auch dann gelten, wenn ein Arbeitnehmer nicht selbst betroffen ist, aber vom Mobbing eines anderen Arbeitnehmers Kenntnis hat.

Arbeitgeber sollten sodann versuchen den betroffenen Arbeitnehmer vor dem Mobber zu schützen und eventuell einen Abteilungswechsel von einer der beiden Parteien überdenken, denn der Arbeitgeber ist dazu verpflichtet, die Persönlichkeit seiner Arbeitnehmer zu schützen.

Kann allerdings auch der Arbeitgeber das Mobbing durch Gespräche, Versetzungen und ähnlichem nicht verhindern, so hat der betroffene Arbeitnehmer die Möglichkeit sich gegen das Mobbing juristisch zur Wehr zu setzen, indem er Schadens- oder Schmerzensgeld vor Gericht durchsetzt. Wird das Mobbing dann auch vor Gericht nachgewiesen, so droht dem Mobber nicht die Forderung von Schadensersatz und Schmerzensgeld, sondern möglicherweise auch eine fristlose Kündigung.