Outplacement

Sie sind hier

Der Begriff des „Outplacement“ (zu Deutsch in etwa „Außenvermittlung“) ist zwar mehr und mehr Menschen bekannt, doch immer noch können sich viele nichts Genaues darunter vorstellen oder haben lediglich eine ungefähre Ahnung davon, wofür der Begriff „Outplacement“ eigentlich genau steht, was er wirklich bedeutet. Hinter dem englischen Begriff verbirgt sich das Konzept einer besonderen Form der Karriereberatung. Diese ist in (meist größeren) Unternehmen oft Bestandteil des Trennungsmanagements und wird als eine faire Art, mit scheidenden Mitarbeitern umzugehen, verstanden. Das Outplacement ist ein – oft vom Unternehmen (teil)finanziertes – Angebot für diejenigen Mitarbeiter, die aus verschiedenen Gründen das Unternehmen verlassen sollen oder wollen. Dabei ist es nicht entscheidend, ob der Entlassene (oder freiwillig Gehende) eine führende Position innerhalb des Unternehmens innehatte oder angestellter Mitarbeiter war – Outplacement ist ein Angebot für alle.

Nach der – nicht immer freiwilligen – Trennung von einem Mitarbeiter kann diesem durch das Outplacement-Angebot Hilfe zur beruflichen Neuorientierung geboten und der erneute Einstieg ins Arbeitsleben erleichtert werden. Die betreffende Person befindet sich in der für sie lange nicht mehr durchlebten Situation, sich auf dem Arbeitsmarkt neu orientieren, die eigenen Stärken und Schwächen analysieren, sich bewerben, Vorstellungsgespräche führen und einen neuen Job finden zu müssen. Auf all diesen Schritten dieser durchaus schwierigen Phase wird der Arbeiter von einem Outplacement-Berater begleitet – in der Regel bis zum Abschluss eines neuen Arbeitsvertrages. Die intensive Aufarbeitung der eigenen Stärken und Schwächen ist dabei ein zentraler Punkt und kann als eine Beschäftigung mit sich selbst angesehen werden, die jeder Mensch von Zeit zu Zeit gut gebrauchen kann.

Die Beratung findet entweder als Einzelberatung oder in Gruppen statt. Die Gruppenberatung kann dabei oft nur allgemeine Hilfestellungen zur beruflichen Neuorientierung geben und einen generellen Überblick über den Arbeitsmarkt verschaffen. Wer möchte, dass seine individuelle Situation und Person Beachtung findet, sollte sich daher eher in einem Zweier-Gespräch beraten lassen. Die Beratung kann je nach Wunsch variieren und beinhaltet verschiedene Aspekte. Am Anfang steht oft die allgemeine Analyse der beruflichen und privaten Situation des Betroffen. Im Folgenden kann es zu einer gemeinsamen Erarbeitung von Berufszielen und nächsten Schritten sowie zu der realistischen Einschätzung der individuellen Karriereperspektiven kommen. Besonders für Personen, die sich lange nicht mehr mit dem Arbeitsmarkt und den eigenen Chancen auf diesem beschäftigt haben, ist dieser Teil der Beratung wichtig und gewinnbringend. Auch die mentale Unterstützung während der schwierigen Umorientierungs-Phase ist für viele ein positiver Punkt des Outplacements. Die Entwicklung einer individuellen Bewerbungsstrategie und die Stellenrecherche sind ebenfalls oft fester Bestandteil der Beratung. Danach folgt zumeist ein umfangreiches Bewerbungstraining – sowohl im Hinblick auf das Bewerbungsanschreiben inklusive der einzureichenden Unterlagen (wie dem Lebenslauf) als auch das Führen von Vorstellungsgesprächen.

Doch nicht nur für den betroffenen Arbeitnehmer ist das Outplacement ein sehr sinnvolles Angebot. Auch für das Unternehmen – und somit den Arbeitgeber – bieten sich große Vorteile: Durch das Angebot einer Outplacement-Beratung hat sich das Unternehmen gegenüber seinem – manchmal nur aufgrund notwendiger Umstrukturierungsmaßnahmen oder finanzieller Schwierigkeiten – scheidenden Mitarbeiter äußerst fair verhalten. Die für beide Seiten schwierige und oft unangenehme Trennung wird so auf eine angemessene Art gemeistert. Besonders in Bezug auf die weiterhin beschäftigten Mitarbeiter und deren Einstellung zum Unternehmen kann ein solches Verhalten positive Auswirkungen haben, werden Kündigungen und der Umgang mit Gekündigten doch immer besonders kritisch von außen beäugt.