Personalgespräche

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Personalgespräche führen sowohl auf Seiten des Arbeitgebers, als auch auf der Seite der Arbeitnehmer häufig zu Unklarheiten, denn häufig wissen auch Arbeitgeber nicht, welche Rechte und Pflichten sie bei einem Personalgespräch haben.

Eine gesetzliche Regelung in Bezug auf Personalgespräche findet sich im deutschen Arbeitsrecht nicht. Vielmehr haben sich mittlerweile aber an Hand der Praxis Rechte und Pflichten für das Personalgespräch ergeben.

Arbeitgeber haben grundsätzlich ein Recht auf ein Personalgespräch, wenn sie mit dem entsprechenden Arbeitnehmer über seine Arbeitsleistung oder sein Verhalten im Unternehmen sprechen möchte. Allerdings muss ein solches vom Arbeitgeber angeordnetes Personalgespräch während der Arbeitszeit stattfinden. Weiterhin muss es für das Personalgespräch auch einen sachlichen Grund geben.

Einem solchen Personalgespräch darf sich der Arbeitnehmer dann auch nicht widersetzen. Tut er dies trotzdem, so kann der Arbeitgeber ihn dafür abmahnen. Lehnt der Arbeitnehmer das Personalgespräch sogar mehrfach ab, so hat der Arbeitgeber sogar die Möglichkeit eine Kündigung auszusprechen.
Ordnet der Arbeitgeber allerdings ein Personalgespräch an, wofür keine sachlichen Gründe ersichtlich sind oder soll das Personalgespräch zudem noch außerhalb der Arbeitszeit geführt werden, so muss der Arbeitnehmer an diesem Personalgespräch nicht teilnehmen. Arbeitgeber sollten jedoch beachten, dass das einseitige Weisungsrecht es nicht umfasst, den Arbeitnehmer zu einem Personalgespräch zu bitten, bei dem es um die Änderung des Arbeitsvertrages oder gar die Beendigung des Arbeitsverhältnisses geht.

Zu den häufigsten Irrtümern in Bezug auf Personalgespräche gehört auch, dass Arbeitnehmer einen Rechtsbeistand zum Personalgespräch mitbringen dürfen. Ein solches Recht haben Arbeitnehmer allerdings nur, wenn der Arbeitgeber selbst betriebsfremde Personen zum Personalgespräch mitbringt.

Arbeitgeber sollten für ein erfolgreiches Personalgespräch zusammenfassend einige Punkte beachten:

  • Arbeitgeber sollten dem Arbeitnehmer den sachlichen Grund für das Personalgespräch mitteilen, da ansonsten die Möglichkeit besteht, dass der Arbeitnehmer sich dem Personalgespräch widersetzt.
  • Das Personalgespräch muss während der Arbeitszeit geführt werden, da der Arbeitnehmer keine Pflicht hat, einem Personalgespräch außerhalb seiner Arbeitszeiten beizuwohnen.
  • Arbeitgeber sollten den Arbeitnehmer vorab informieren, wenn sie in Erwägung ziehen, betriebsfremde Personen zum Personalgespräch mitzubringen, denn dieses Recht hat dann auch der Arbeitnehmer.
  • Der Inhalt des Personalgesprächs sollte, um spätere Missverständnisse zu vermeiden, immer schriftlich dokumentiert werden. Die Mitschrift sollte dann auch dem Arbeitnehmer zur Kontrolle überreicht werden, um spätere Missverständnisse zu vermeiden.