Private Internetnutzung am Arbeitsplatz – Was ist erlaubt oder verboten?

Private Internetnutzung am Arbeitsplatz ist ein immer größer werdendes Problem.

Zum einen wollen viele Arbeitgeber diese Verhindern, zum anderen wird auch eine Menge Missbrauch betrieben. Aber in den meisten Fällen ist machen Mitarbeiter nur schnell ein paar Mails oder regeln einen Ebay kauf oder eine Amazon Bestellung. Einerseits sind ein paar Sekunden auf Handy geguckt und eine kurze Mail getippt kein Problem. Hundert kleine Mails können es aber sein. Am 4. Februar 2014 erklärt Rechtsanwalt Axel Pöppel die wichtigsten Punkte in einem Interview aus Alsterradio in der Morning-Show. Hier die wichtigsten Fragen zur privaten Internetnutzung und der Nutzung von Smartphones während der Arbeitszeit.

Private Internetnutzung – Was ist am Arbeitsplatz erlaubt und warum?

  1. Grundsatz: Wenn der Arbeitgeber nichts vorgibt, ist das private Internetsurfen grundsätzlich – auf den Firmenrechnern wie auf den Smartphones – erlaubt.
  2. Aber es gibt eine Einschränkung: Man darf nicht wesentliche Teile seiner Arbeitszeit dafür verschwenden.

Und die Frage der Verschwendung von Arbeitszeit gilt nicht nur für Firmencomputer, sondern auch für das private surfen mit dem privaten Smartphone. Denn gerade iPhone und Co sind echte Zeitfresser, wenn man sich nicht zurück hält.

Private Internetnutzung – Überall verboten?

  • Gibt es Berufe, bei denen die private Internetnutzung immer verboten ist? Ist das bei allen Berufsfeldern der Fall?

    Die Frage von erlaubt oder verboten bei der privaten Internetnutzung hängt nicht von der Branche des Arbeitgebers oder dem Beruf ab. Überall, wo der Arbeitgeber kleine Vorgaben macht, bleibt das private Surfen grundsätzlich erlaubt.

    Wenn der Arbeitgeber das private Surfen verbietet, ist es verboten. Das ist schlicht und ergreifend das Direktionsrecht des Arbeitgebers.

  • Mit welchen Konsequenzen muss der Arbeitnehmer rechnen, wenn er erwischt wird?

    Beim ersten mal gibt es ggf. eine Abmahnung, im Wiederholungs- fall kann es durchaus eine Kündigung geben. Besonders schwierig sind hier Fälle der Ungleichbehandlung.

    Ein Beispiel: Wilhelm Brause surft täglich eine Stunde am Tag privat und erhält eine Abmahnung. Seine Kollegin Hanna Hübsch tut das gleiche, ihr passiert aber nichts. In solchen Fällen kann das eine gute Verteidigung im Kündigungsverfahren ermöglichen. Aber ich würde mich nicht darauf verlassen.

  • Welche Internetseiten sind auf gar keinen Fall erlaubt?

    Total verboten sind nur Webseiten mit strafbarem Inhalt. Insbesondere Nazi-Seiten und solche mit Kinderpornografie oder Sex mit Tieren oder gewaltsamen Sex.Wer auf derartigen Seiten surft und sich dabei erwischen lässt, kann in der Regel ohne vorherige Abmahnung fristlos gekündigt werden.

  • Wie hat sich das Verhältnis des Arbeitnehmers zu diesem Thema in Laufe der Zeit verändert?

    Beim Thema Internetsurfen hat sich durch die sozialen Netzwerke sehr stark entwickelt. Facebook und Co kosten jedes Jahr Milliarden Euro an Arbeitszeit.Aber auch Maildienste wie Whatsapp – dorthin bewegt sich zur Zeit ein ernsthafter Teil der Netznutzer – binden viel Zeit – auch Arbeitszeit und die Arbeitgeber haben natürlich wenig Einfluss.

    Dass die Arbeitgeber das nicht unbegrenzt ertragen, ist sicherlich nachvollziehbar.

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