Teilzeit

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Unter Teilzeit im Bereich des Arbeitsrechts versteht man, dass ein Arbeitnehmer regelmäßig weniger arbeitet, als es der üblichen Arbeitszeit bei Vollzeitbeschäftigung entsprechen würde. Maßgeblich für die Abgrenzung zwischen Teilzeit und Vollzeit ist dabei in der Regel die übliche Wochenarbeitszeit. Teilzeit komm in der Regel dadurch zustande, dass sich der Arbeitnehmer und der Arbeitgeber arbeitsvertraglich auf eine entsprechende verkürzte Arbeitszeit verständigen.

Ein in Vollzeit tätiger Arbeitnehmer kann unter Umständen einen Rechtsanspruch darauf haben, in Teilzeit zu wechseln. Eine entsprechende Regelung findet sich in § 8 des Teilzeitbefristungsgesetzes. Auch Minijobber (geringfügige Beschäftigung) gelten als Teilzeitkräfte nach der Definition des Teilzeitbefristungsgesetzes.

Um einen Anspruch auf Teilzeit nach dem Teilzeitbefristungsgesetz zu haben, müssen verschiedene Voraussetzungen erfüllt sein. Zunächst einmal muss der Arbeitgeber unabhängig von der Zahl der Personen in Berufsausbildung in der Regel mehr als 15 Arbeitnehmer beschäftigen. Der Arbeitnehmer selbst muss um einen entsprechenden Antrag stellen zu können, seit mehr als 6 Monaten bei dem betreffenden Arbeitgeber im Anstellungsverhältnis stehen.

Der Arbeitnehmer muss sodann den von ihm gehegten Wunsch nach einer Verringerung der Wochenarbeitszeit und auch den konkreten Umfang der gewünschten Verringerung spätestens 3 Monate vor dem Zeitpunkt, ab dem die Teilzeit beginnen soll, gegenüber dem Arbeitgeber mitteilen. Nach dem Willen des Gesetzgebers sollen Arbeitnehmer und Arbeitgeber dann zunächst versuchen, eine einvernehmliche Regelung für die gewünschte Teilzeit zu finden und dies in einer entsprechenden Vereinbarung niederlegen. Kommt eine entsprechende einvernehmliche Lösung dagegen nicht zustande, dann muss der Arbeitgeber im Falle einer ablehnenden Entscheidung diese spätestens 4 Wochen vor dem gewünschten Befristungstermin schriftlich mitteilen. Der Arbeitgeber darf den Teilzeitwunsch dabei nur ablehnen, wenn betriebliche Gründe der Teilzeitbeschäftigung entgegenstehen. Dem Arbeitnehmer steht dann der Rechtsweg offen, er kann seinen Anspruch auf Teilzeit beim Arbeitsgericht im Wege der Klage unter besonderen Umständen gegebenenfalls auch im Wege einer einstweiligen Verfügung durchsetzen.

Eine Sonderregelung zur Teilzeitarbeit wegen Kinderbetreuung findet sich zudem im Bundeselterngeld- und Elternzeitgesetz (BEEG). Danach gelten besondere Regelungen für Arbeitnehmer, die wegen der Betreuung eines Kindes in Teilzeit arbeiten wollen. Die Rechtsposition dieser Arbeitnehmer ist gegenüber den Regelungen nach dem Teilzeitbefristungsgesetz gestärkt.

Grundsätzlich sollte sich der Arbeitnehmer den Wechsel in die Teilzeit immer sorgsam überlegen. Zum einen kann der Arbeitnehmer den Wunsch auf eine weitergehende Verringerung der Arbeitszeit erst nach Ablauf von 2 Jahren verlangen. Zudem ist auch die Rückkehr in die Vollzeit nicht immer unkompliziert. In diesen Fällen muss in der Regel überhaupt ein freier Vollzeitarbeitsplatz vorhanden sein, zudem darf es keinen vorrangig sozialschutzbedürftigen Kollegen oder einen besser qualifizierten Bewerber geben.